BVG zieht “Porno-Kunst” aus dem Verkehr

Plakat von Ta Men
Originally uploaded by Nikolai Longolius.

Da schaudert es mich! Die Zensur hat wirklich über den Verstand gesiegt. Die BVG lässt die Plakate der Künstler Ta Men in der U2 Rosa-Luxemburg-Platz heute Nacht abhängen. (Das Photo ist vom Aufbau)

http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/060817/ubahn.html

… und die B.Z. feiert sich einen Ast. Nun werden also in der U-Bahn wieder grau-gelbe Wände die Fahrgäste erfreuen und wir sind um eine Erkenntnis bereichert: Die deutsche Kulturzensur ist um einiges härter als die chinesische. Da kann man sich ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen.
Der scheinheilige Knaller an der Geschichte ist aber meiner Meinung nach, dass die B.Z. sich bei dieser Aktion hinter dem Wohl von Schulkindern versteckt. Ich möchte mal wissen, welches Kind sich heute von freien Brüsten oder etwas Blut aus der Ruhe bringen lässt. RTL2 lässt grüssen? Was ist den bitteschön auf den Titelseiten der B.Z. normalerweise zu sehen: Blut und Brüste! Und die liegt in Berlin nun wirklich an jedem Kiosk.
Ach es ist zum heulen.

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3 Responses to BVG zieht “Porno-Kunst” aus dem Verkehr

  1. Pingback: Magnus Becker-Pressespiegel gegen sexuelle Gewalt 92/06: » Magnus Becker, Presseschau, sexueller Missbrauch, Pornoarzt, Vergewaltiger

  2. LeV says:

    Ja, in der Tat, es ist zum Heulen. Auch mir stehen die Haare zu Berge, denn bald muß sich einer meiner Dichterkollegen wegen Verbreitung von Kinderpornographie vor dem Gericht verantworten, weil er ein Sonett geschrieben hat, in dem er einen Pädophilen aus der Ich-Perspektive berichten läßt. Ich meinem Blog habe ich dazu gerade ein Pamphlet verfaßt.

    Die Vorstellung, dass Menschen vor Inhalten geschützt werden müßten, von denen man annimmt, sie hätten schädliche Auswirkung, ist eine überkommene. Derartige Zensur ist ein deutliches kulturelles Armutszeugnis.

  3. LeV says:

    @Magnus Becker: Du gehst davon aus, dass fragliche Inhalte innerhalb von Kunst tatsächlich schädliche Auswirkungen haben, dass die Thematisierung von Pornographie die Zahl von Triebtaten beeinflußt. Das wäre erst einmal zu beweisen. Ich erinnere daran, dass sogar Ovids “Ars Amatoria” einst wegen Pornographie verboten und Oscar Wilde wegen Verführung der Jugend verklagt wurde.

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