Monthly Archive for December, 2009

Kabel Deutschland … seit Jahren unverändert.

Die öffentlich-rechtlichen Sender haben nun Demo-Programme in HDTV laufen. Im Moment kann man diese aber nur über Satellit empfangen. Das sorgt (zurecht) für Unmut bei den Kabel Deutschland (KDG) Kunden die sich von der neuen technologischen Entwicklung ausgeschlossen fühlen. Sie fordern inzwischen sogar per Online Petition die Einspeisung der Programme.

Bis zu diesem Moment habe ich die Geschichte eher als Randnotiz empfunden. Nun kommt aber der eigentliche Spaß … und diese Diskussion taugt tatsächlich dazu, den sterbenden Fernsehmarkt noch einmal aufzuwühlen.

Bislang war es in der deutschen Medienlandschaft tatsächlich so, dass die Betreiber der Fernsehsender eine Gebühr an die Kabelnetzbetreiber entrichten, um in die Haushalte eingespeist zu werden. Dabei handelt es sich nicht um “Peanuts”, sondern die Kosten für eine Satelliten- und Kabeleinspeisung können schnell zwischen 5 und 10 Millionen € pro Jahr liegen. Die “entrance fee” in den deutschen Fernsehmarkt war also traditionell so hoch, dass es sich nur große Spieler mit massentauglichem Programm leisten konnten einzusteigen.

Nun drehen die Sender (voran ARD, ZDF und Eins Festival) gerade den Spieß um und weigern sich, das übliche Wegelagerergeld zu bezahlen … und verweisen dabei auf die sehr hohe Nachfrage der Kunden. Kabel Deutschland kann es sich also wahrscheinlich nicht leisten die Programme nicht einzuspeisen. Das bisherige Opfer wird also selbst zum Erpresser. Spannend.

Nun muss man in diesem Zusammenhang wissen, dass dieses deutsche Modell (die Sender zahlen für ihre Verbreitung selbst) international einmalig (oder zumindest sehr selten) ist. In den USA ist es beispielsweise üblich, dass die Sender für die Einspeisung in den Kabelnetzen Geld von den Kabelnetz-Betreibern bekommen. Und diese Richtung des Cash-Flows mutet ja auch viel sinnvoller an.

Mein Lieblingszitat kommt aber vom KDG Sprecher Marco Gassen. Bei diesem Wegelagerergeld  handle es sich um ein “über Jahre unverändertes Geschäftsmodell, dass die Sender für die Verbreitung ihrer Programme im Kabel Einspeiseentgelte je nach genutzter Kapazität und Reichweite bezahlen …”. Wenn der Markt-Monopolist als stärkstes Gegenargument einer Veränderung anführt, dass er selbst unflexibel ist … mögen Sie in interessanten Zeiten leben (chinesischer Fluch).

Links:
Kein HDTV-Showcase – Kabel Deutschland bleibt stur

HD-Streit: Zuschauer ärgern sich über KDG

Online-Petition für HDTV

Kabel Deutschland: “Argument der HD-Sender ist scheinheilig”

Foto:

http://www.flickr.com/photos/arnisto/1715332001/

Computer und Kommunikation

Frohe Weihnacht! Heute, am 25.12. sitze ich für eine Stunde als Studiogast im Deutschlandfunk bei der Sendung “Computer und Kommunikation”.
Die Sendung gibts danach bestimmt auch als Podcast … reiche ich dann nach.

Nachtrag: Danke @felix. Der direkte Link auf die Sendung ist: http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/12/25/dlf_20091225_1630_5c34ed06.mp3

Weihnachtsgeschenk an alle: Amazon bringt “Streaming aus der Cloud”

Jetzt ist die Nachricht endlich draußen! Amazon bringt im Rahmen der Amazon Web Services (AWS) ein neues Feature auf den Markt. Was im Rahmen dieser kleinen Meldung heute veröffentlicht wurde:

http://aws.typepad.com/aws/2009/12/amazon-cloudfront-now-supports-streaming-media-content.html

hat das Potential den Markt für multimediale Inhalte im Web gehörig umzukrempeln. Wir hatten ausgiebig Gelegenheit die neuen Möglichkeiten im “geheimen” und mit hervorragender Unterstützung von Amazon in den letzten Monaten zu testen. Was Amazon hier auf den Markt bringt senkt die Einstiegshürde für Streaming Media enorm. Während das Aufsetzen einer “Streaming Infrastruktur” bislang aufwengig, teuer und umständlich war – und überdies für kleine Projekte unrealistisch ändert Amazon die Spielregeln.

Mit dem neuen Streaming-Feature muss der Anbieter seine Videodateien nur noch in einen speziellen Ordner ziehen (Bucket) und bekommt nach minimaler Konfiguration einen Streaming-Link (rtmp) auf seine Datei. So einfach!

Wir streamen mit der schnee von morgen webTV GmbH schon seit einem Monat beispielsweise dctp.tv mit dieser Technologie. Wir betreiben momentan noch parallel als Fallback eine eigene Streaming-Cloud (auch auf Amazon Servern) werden die aber in Zukunft nur noch für Live-Übertragungen und besonders sicheres Streaming (DRM) einsetzen.

Chaosradio 137

Besser spät als nie. Die meisten werden es schon gefunden haben – aber ich saß vor einem Monat auf dem “Sofa” von Tim Pritlove (das Sofa ist ein sehr schickes Podcast-Studio) und wir haben gemeinsam eine ganze Folge Chaosradio über Streaming gesprochen.

Die Sendung findet ihr hier:

http://chaosradio.ccc.de/cre137.html

Am 25. Dezember werde ich noch einmal im D-Radio zu hören sein. Mehr Informationen dazu folgen an dieser Stelle.