Malu Dreyer möchte mit GEZ Gebühren den privaten Rundfunk vernichten!

Wie kress.de berichtet setzt sich die freundlich blickende Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz für ein Ende der umstrittenen 7-Tage-Regel der Öffentlich-Rechtlichen ein.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer in einer Diskussion

Ministerpräsidentin Malu Dreyer in einer Diskussion via flickr

Dies würde zwangsläufig das zarte Pflänzchen privater webTV Markt im Keim ersticken. Wie soll denn der junge Markt der webTV Sender gegen die geballte Macht der öffentlich-rechtlich subventionierten Armee von Redakteuren und Regalkilometern von Content ankommen. Das geht nicht.

Interessanterweise wird am anderen Ende des Verhandlungstisches in dieser Frage immer der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) gesehen. Wer ist eigentlich auf den Gedanken gekommen, dass das die einzigen sind die zu dem Thema etwas zu sagen haben?

Worum geht es eigentlich?

Im Rundfunkstaatsvertrag (genauer seit dem 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag) steht, dass die Öffentlich-rechtlichen Sender in Ihren Mediatheken Sendungen nach sieben Tagen depublizieren müssen und nicht länger ausstrahlen dürfen. Dies führt heute zu der unbefriedigenden Situation, dass ich als Gebührenzahler die von mir bezahlten hochqualitativen Sendungen nur sieben Tage nach Ausstrahlung im Netz sehen darf. Es entsteht also kein filmisches Kulturarchiv welches so wünschenswert wäre.

Der Grund dafür ist schnell erklärt. Wenn die Öffentlich-rechtlichen mit ihrer Marktmacht das #Neuland Internet ohne Beschränkung mit Geld und Content fluten dürften würde sich webTV nicht zu einem eigenen Marktsegment entwickeln können. Wie zart dieses Pflänzchen ist habe ich selbst in diesem Blog schon erläutert. Hier schlagen zwei Herzen in meiner Brust.

Aber …

Dieser Zustand ist weder gewollt, noch unumgänglich. Alles, was der Gesetzgeber den Öffentlich-rechtlichen Sendern ins Büchlein geschrieben hat ist, dass sie selbst im Rahmen ihres öffentlich-rechtlichen Auftrages die Filme nur sieben Tage nach Ausstrahlung verwerten dürfen. Selbstverständlich dürfen die Filme danach der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Eben nur nicht von ARD und ZDF.

Mein Schaaaaaatz

Nachdem ARD und ZDF aktuell mit dem Versuch gescheitert sind, dem Gesetzgeber ein Schnippchen zu schlagen und den geforderten “unabhängigen Dritten” einfach selbst zu konstruieren haben wir nun den Salat.

What has it got in its pocketses?

Alice the Photo Ninja via Compfight

Die Gleichung: “Depublizierung bei den Öffentlich-rechtlichen = Verschwinden des Beitrages aus dem Internet” ist aber eine Erfindung öffentlich-rechtlicher Machtpolitik. Natürlich kann und soll der Content weiter für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen! Nur eben außerhalb des Einflussbereichs der öffentlich kontrollierten Machtstrukturen. Die Filme in den Archiven von ARD und ZDF gehören eben dem Gebührenzahler und keinem Ministerpräsidenten.

Ich würde den Content jederzeit mit Kusshand nehmen und selbstverständlich die Gebührenzahler über einen Revenue Share an den Einnahmen der neuen Fernsehplattform beteiligen. Aber noch besser … warum nicht gleich

Eine offene Schnittstelle für die Filme von ARD und ZDF

Ja genau. So würden wir transparente Konditionen für einen freien Markt der aufstrebenden webTV Plattformen schaffen. Geklärt werden müsste:

  1. Welcher Revenue Share muss abgeführt werden
  2. Wie sind die Regeln für werbefinanzierte Plattformen
  3. Wie sind die Regeln für Pay TV Plattformen
  4. Wer überprüft die Einhaltung der Regeln

und dann könnte jeder auf Basis einer API von ARD und ZDF seine eigene webTV Plattform um genau diesen Content erweitern. Oder eine eigenständige Plattform schaffen.

Ich bin mir sicher: Wenige Monate später hätten wir einen blühenden Wettbewerb um die beste und unterhaltendste Art den öffentlich-rechtlichen Content mit neuem Sinn zu füllen. Es geht bei diesem Thema um deutlich mehr als die Frage, ob die Rosamunde Pilcher Filme auch acht Tage nach Ausstrahlung in der Mediathek sind. Die Hoheit über das Archiv von ARD und ZDF ist immer auch eine Deutungshoheit über politische Zusammenhänge und historische Fragestellungen. Warum sollte diese Macht nicht auch in der Hand des Volkes liegen?

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